Sonntag, 14. September 2014

Tag 085: Sag' zum Abschied leise Servus

Die Wirte der Unterkunft im Il Trucco waren wirklich nett und ich hatte das abenteuerliche Lager mit der engen Außenleiter, wo ich mit dem großen Rucksack nicht um die Kurve gekommen und erst stecken geblieben war, ziemlich für mich alleine.
Der Abend mit den unterwegs lieb gewonnenen Freunden passé und nun hieß es also Abschied nehmen. Um das ganze noch etwas hinauszuzögern, bin ich heute mal nicht alleine in den wunderschönen Tag losgezogen, sondern habe mich Rani und Maike im Abstieg angeschlossen.


Zwischenzeitlich konnten wir aus dem Wald gen Westen schauen, wo Autobahn- und Schnellzugtrasse im Susa-Tal unweit die französische Grenze überschreiten. Bis es bei mir so weit sein würde, sollte ja noch einige Zeit vergehen ...


Maike und Rani sind aber auch echte Lichtgestalten, wie sie auf der Zielgeraden (ok, ok, im kurvigen Abstieg) gleich nochmal beweisen:


In der Kleinstadt Susa angekommen, habe ich die beiden dann noch zur Lageklärung zum Bahnhof begleitet, bevor sie eine Eis-Einladung in einem Park in der Nähe in Ihrer verbliebenen Zeit natürlich nicht ausschlagen konnten.
Für die beiden endet nun also ihr diesjähriger zweiwöchiger Abschnitt auf der GTA, aber ich hoffe und denke, daß sie hier irgendwann wieder einsteigen werden.

Auf mich alleine gestellt, habe ich dann erstmal richtig gemütlich in der Sonne auf einer Piazza Brotzeit gemacht - nachdem ich zuvor noch einen Super-Markt nach dem Abschied "überfallen" hatte:


Ich wußte ja, daß ich heute trotz des noch anstehenden Gegenanstiegs gen Süd-Ost nur einen kurzen Tag haben würde. Der Aufstieg verlief dann teils noch über mystisch anmutende Wege:


Nach sagenhaften 123 Tages-Aufstiegsmetern hatte ich dann auch schon mein Ziel in Meana di Susa erreicht. Hier befindet sich einerseits der Fern-Bahnhof der Stadt als auch gegenüber mein verschlafenes Hotel (Albergo Bellavista).
Eine alte Frau öffnete mir nach einiger Zeit, sie konnte kaum laufen, es gab augenscheinlich auch keine anderen Gäste und ich war - zugegebenermaßen - schon etwas verunsichert. Langsam führt sie mich in das Obergeschoß, wo ich quasi eine ganze Wohnung für mich hatte. Skurril.
Was wohl ein Weltraumaeffchen zu DIESER Badwanne sagen würde ? - Für Hunde wäre sie wohl geeignet. Oder für Kinder mit maximal 1,25 m Körpergröße, ansonsten sah die Wanne aus wie aus dem Film "Liebling, ich habe die Badewanne auf die Hälfte gekürzt" - oder so ähnlich ;-)
Für mich kein Problem: Ich bevorzuge sowieso eine Dusche.

Währenddessen hatte ich Handschuhe, Socken und Kopftuch auf dem Fensterbrett zum Trocknen abgelegt. Als ich zurück kam, war das Kopftuch weg. Oh, Schreck. Ein Blick zum Fenster hinaus, offenbarte das gesamte Ausmaß des Schlamassels: Es lag auf dem Dach des Vorhäuschens des Eingangs :-(
Gut, daß ich so früh am Tag schon hier war und sonst niemand: In einer waghalsigen Kletteraktion am Rankgitter der Kletterpflanzen (die Pflanzen hielten wohl das Gitter und nicht anders herum) hoch, konnte ich mit dem Wanderstock letztlich das gute und unverzichtbare Stück (Sonnenbrand auf dem Hirn ist echt übel) retten.
Die größte Aufregung des Tages kam aber schließlich beim Abendessen: Die Bude war voll. Mehr als voll. Ca. 20 Leute hatten sich quasi aus dem Nichts manifestiert.
Die Erklärung war recht einfach: Es war Samstag und Susa ist ob der Fern-Zug-Anbindung natürlich nicht nur für den Ausstieg, sondern auch für den (Wieder-)Einstieg in die GTA prädestiniert.
Die ersten Schweizer planten bereits für den nächsten Tag die Route um, um den "Massen" aus dem Weg zu gehen. "Meine" Schweizer, Nelly und Andreas tauchten dafür überraschend wieder auf. Darüber hinaus drei Frankfurter, ein Pforzheimer Pärchen (Susanne und Eberhard), daß mich nun für eine Weile begleiten sollte, vier Österreicher und eine DAV-Gruppe aus Tübingen mit neuen Leuten.
Plötzlich war auch jüngeres Personal anwesend und das Essen auch klasse. Man sollte sich eben nicht (immer) vom ersten Eindruck leiten lassen ...

Kommentare:

  1. Was du 2014 schon von weltraumaeffchen wissen konntest?
    Erstaunlich!
    Aber vielleicht ein abgekartetes Spiel des Paten...

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    1. Nun, Du weißt ja, ich plane Dinge gerne von langer Hand und für manche fügen sich die ausgestreuten Puzzle-Teile erst nach Jahren zusammen ;-)

      Cu K2.

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